Samstag, 24. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten!

Hallo alle zusammen und frohe Weihnachten :D
Dies ist das erste Weihnachten für mich, dass ich nicht bei meiner Familie verbringe, wobei ich nachher zumindest über Skype mit ihnen reden werde.
Ich hoffe ihr alle genießt das Fest der Liebe und habt eine schöne und besinnliche Zeit zum Ende dieses Jahres.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Time, where are you going?

Gestern habe ich ein Paket aus der Heimat erhalten und mich sehr gefreut. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle die daran beteiligt waren :D Die Japaner in meiner Arbeitsgruppe haben sich auch sehr über die deutschen Weihnachts-Leckereien gefreut. Der Adventskalender ist jetzt eventuell etwas spät dran, aber ich kann auch einfach jeden Tag 2 Türchen öffnen :D

Am Wochenende war ich auf einer Party für Internationale Studenten im Japanisch-Französischen Institut hier an der Uni. Und nein, ich habe mich nicht auf Französisch unterhalten, auch wenn ich sagen muss, dass ich die französischen Texte immer noch besser lesen konnte, als die japanischen Kanji... 
Auf der Party gab's wieder allerhand Tanz- und Akrobatikeinalgen und meine Camera hat wieder fleißig gefailed, wenn es darum ging bei mittleren Lichtverhältnissen ohne Blitz scharfe Bilder aufzunehmen.



 
Sweet... :D


 Äh ja... wo war ich grade? Party? Ach ja, die Party war ganz nett ;)

Ansonsten habe ich euch noch etwas anderes zu zeigen, was allerdings nichts mit Japan zu tun hat. Wie ich vor einiger Zeit schonmal erwähnt habe beschäftige ich mich wieder etwas mit der Spiele-Programmierung. Da ich im Labor oft drauf warten muss, dass der Versuchsaufbau auf -270° gekühlt ist oder das Vakuum gut genug gepumpt ist, hab ich da auch immer mal wieder ne Stunde für Zeit.
Ich bin inzwischen auch soweit, dass ich mit dem kleinen Teufelchen, was ich für den Anfang in Blender erstellt habe durch die Map laufen kann, die Marcus für unser Flitzer-Spiel erstellt hatte.

Wer sich für meine Arbeit daran interessiert kann diese gerne über den YouTube-Kanal verfolgen, ich werde allerdings keine weiteren Updates dazu hier im Blog posten, da ich diese Sachen getrennt behandeln will. Außerdem habe ich sowieso das Gefühl, dass zu meinen Meldungen aus Japan der Blog mit vielen Bildern und Text besser passt, und für die Spiele-Programmierung die Videos auf YouTube.

P.S. wenn ich jetzt schon sehe wie viel Spaß ich daran habe, einfach mit meiner eigenen Figur durch die Karte zu laufen und zu sehen wie die ganzen simplen Algorithmen arbeiten hab ich schon Angst davor, wieviel Spaß es mir machen wird, wenn ich anfange komplexere Sachen zu ermöglichen... :D

Mittwoch, 30. November 2011

Das Gesicht einer Großstadt

Hallo mal wieder alle zusammen. Da ich euch vor 10 Tagen ja einige schöne Bilder der Natur in Kyoto gezeigt habe, habe ich gedacht ich zeige auch mal die andere Seite: große Bauten aus Beton, Stahl und Glas. Natürlich sind überall in der Stadt Zeichen japanischer Kultur und Kunst zu finden, wie kleine Schreine, Statuen und ähnliches und ein Student der Architektur könnte mir wahrscheinlich genau erklären, wo der Unterschied zwischen moderner japanischer und europäischer Baukunst liegt, aber meinem ungeschulten Auge fallen die meisten Unterschiede nur auf, wenn sie mich mit einem Zaunpfahl verprügeln.

Das Herz jeder Stadt: das Rathaus. In Kyoto fällt es wie in vielen anderen Städten durch den sauber gepflegten Platz davor direkt auf. Es ist zwar deutlich kleiner als die Hochhäuser in der direkten Umgebung, aber ein eindeutiger Blickfang. Wäre ich ein Romantiker oder sowas könnte ich jetzt bestimmt noch was zu den schönen roten Herbstblättern an den Bäumen vor dem Rathaus sagen, aber da ich das nicht bin und diesen Post wie angesprochen sowieso nicht der Natur hier widmen wollte gehen wir lieber dazu über worüber ich diesmal eigentlich berichten will.

Diese bereits angesprochenen Gigangen aus Stahl, Beton und Glas zieren den größten Teil der Innenstadt. Ich bin eigentlich etwas froh, dass mein Wonheim und auch der Uni-Campus nicht in der Innenstadt liegen. Dies hat nicht den Grund, dass ich keine Hochhäuser mag, oder der Verkehr in der Innenstadt recht laut sein kann (was er zweifelsfrei ist, mich allerdings nicht wirklich stören würde). Das Problem liegt für einen praktsich veranlagten Menschen, wie ich es einer bin an einer ganz anderen Stelle:
Das simple Problem in der Innenstadt ist, dass das Konzept "Grüne Welle" die Japaner scheinbar noch nicht erreicht hat. Abgesehen davon ist in der Innenstadt sowieso Fahrrad-Verbot was mir mehr als ein Dorn im Auge wäre, wenn ich da jeden Tag durchfahren müsste.... Aber auch für die Autos bedeutet dies einen unheimlich stockenden Verkehr. Aber ich will mit den Japanern nicht zu hart ins Gericht gehen, denn die Verkehrssituation in europäischen Innenstädten ist nunmal zu Stoßzeiten nicht wirklich anders (ich liebe die Tage an denen ich in Heidelberg zum Feierabendverkehr von der Uni heimfahre und wärend meiner gesammten Fahrt an stehenden Autos vorbeifahre :D ).

Das die Japaner sich schon gewisse Gedanken um praktische Infrastrukturen und andere Dinge des Lebens machen zeigt dieser Blick auf die Haupteinkaufsstraße in Shijo, dem Kern der Innenstadt. Ja, Straße, nicht Passage oder sowas...  Eigentlich habe ich immer angenommen die Straße sei eine Fußgängerzone, aber mir fällt beim Betrachten des Bildes grade das Tempo-30 Schild auf, was mich  grade irgendwie verwundert.... naja, wer da mit Tempo 30 durchfährt sollte jedenfalls wegen vorsätzlichem Massenmord verurteilt werden...^^
Jedenfalls ist die gesammte Einkaufsstraße  überdacht und das bei einer Länge von grob geschätzt 2 km (wer mich kennt weiß, dass ich im Schätzen von größeren Längen nie besonders gut war... ^^) und das ganze ist nicht einzigartig, sondern wird bei der Parallelstraße nebenan genau gleich nochmal wiederholt. Das würde das Einkaufen im Regen deutlich angenehmern gestalten, wenn ich nur einigermaßen trocken in Shijo ankommen würde... allerdings ist die nächste U-Bahn Haltestelle etwas von meinem Wonheim entfernt... das ganze bringt mir also praktisch doch nicht so viel...


In einer echten Großstadt, darf ein Starbucks natürlich nicht fehlen. Was auf diesem Bild allerdings nicht zu sehen ist: 3 Häuser weiter gibts direkt den nächsten Starbucks, und dazwischen noch nen anderes Café. Und das ist nicht übertrieben. Das ist nicht überall in Kyoto so, aber in der Straße in der ich dieses Foto gemacht habe ist es definitiv der Fall. Das liegt wohl daran, dass dort große Banken und andere Firmen angesiedelt waren, deren Mitarbeiter vor ihrer Arbeit sich gerne mal einen Kaffee holen aber nicht lange dafür anstehen wollen.

Wer übrigens geglaubt hat dass die Japaner kein Weihnachten feiern hat recht. Wer deshalb aber glaubt, die Weihnachtszeit würde unbemerkt an den Japanern vorrübergehen liegt damit allerdings weit daneben. Es ist bunt, es glitzert und man kann damit Geld machen. Für viele Japaner ist die Weihnachtszeit wohl sogar noch schöner als für einige Europäer.
Der 23. Dezember ist der Geburtstag des aktuellen Kaisers und somit ein nationaler Feiertag. Daher haben zumindest die Schulen und Universitäten so ziemlich die gleichen Winterferien wie ihre europäischen Pendants.


Was mich auch zu dem Punkt bringt, dass ich derzeit gar nicht weiß, ob ich an Weihnachten eigenltich im Labor erwartet werde oder nicht... naja, mal gucken. Ich denke nicht dass die Japaner es mir ankreiden würden an Weihnachten nicht zu erscheinen, aber ehrlichgesagt weiß ich noch gar nicht wie ich Weihnachten hier verbringen werde... bevor ich alleine in meinem Zimmer rumsitze werd ich sicher in die Uni fahren, aber da finden sich bis dahin bestimmt noch vielversprechendere Alternativen.

Ich wünsche jedenfalls allen in der Heimat, oder wo ihr euch auch immer grade rumtreibt, eine schöne Adventszeit und freue mich wie immer auch von euch mal was zu hören :D

Mittwoch, 23. November 2011

Die spinnen, die Japaner

Hier hat heute das November Festival der Uni angefangen. Das läuft jetzt noch bis Samstag und das bedeutet, dass sämtliche Vorlesungen ausfallen. Allerdings arbeiten die Arbeitsgruppen fleißig weiter, weshalb ich nicht so viel Freizeit habe....
Auf dem Bild seht ihr mich, wie ich frittierte Eiscreme esse. Yam, lecker :D
 November Festival, das bedeutet erstmal VIEELE Menschen.... und einige von denen... nun ja ^^
 Neben den obligatorischen Fressbuden die den gesamten Uni-Campus und das Baseball-Feld, das den Hauptfestplatz stellt, überfluten gibt es auch einige andere Stände, an denen man unter anderem sein Geschick testen kann, wie z.B. hier im Bogenschießen. Als Hauptgewinn für 3 mal ins Schwarze gab es hier eine PS3 und eine Wii zu gewinnen.

Auch für die Kleine gab es genung
 Irgendwie musste ich hier direkt an Terence Hill denken, der dit Torte dem Marktschreier direkt ins Gesicht wirft.
 Ansonsten haben alle möglichen Tanzgruppen und Bands ihr Können präsentiert. Die Tanzgruppen natürlich alle sehr schön in irgendwelchen bunten Kostümen.



Auch für allerhand Quatsch gab es reichlich Gelegenheiten, die auch gut genutzt wurden. 

Wobei ich gestehen muss, dass einiges davon für die Japaner deutlich lustiger war, als für einen Europäer, aber ich mag Quatsch, egal welcher Herkunft :D
Zum Abschluss des Tages gab es ein schönes großes Lagerfeuer. Allerdings durfte man nicht näher als 4m an's Feuer heran... natürlich nichts im Vergleich zu einem guten Osterfeuer oder der Thingstätte, aber man nimmt was man kriegen kann. Dafür haben einige der ofiziellen Mitarbeiter immer mal wieder irgendeine brennbare Flüssigkeits ins Feuer gekippt und für schöne Stichflammen gesorgt :D

Wie gesagt muss ich die nächsten Tage arbeiten, aber ich werd sicherlich noch Gelegenheiten finden weitere Bilder zu machen.

Sonntag, 20. November 2011

This world around me

Hey, tut mir leid, dass ich länger nix von mir hab' hören lassen, aber die letzten Wochen hier war ich eigneltich die meiste Zeit nur in der Uni und die Wochenenden waren dann sehr verregnet. Daher gab es nicht viel zu berichten.
Linksverkehr is großer Mist
Heute gab es endlich wieder mal am Wochenende schönes Wetter obwohl eigentlich wieder Regen vorhergesagt wurde und es gestern auch den ganzen Tag geregnet hat. Ich habe das Wetter jedenfalls genutzt um wieder ein wenig in der Stadt rumzufahren. So groß wie die Stadt ist kann man echt Tage damit verbringen neue Gegenden zu erkunden.
Inzwischen ist es hier recht kalt geworden, wie man wohl auch an meiner Kleidung erkennen kann. Nächste Woche sollen die Temperaturen laut Wetterbericht schon auf 0° fallen. Einige Bäume sind schon seit einiger Zeit im herbstlichen rot-braun gekleidet, aber andere bleiben auch noch bei ihrem sommerlichen grün, wie hier in einem Park nördlich von meinem Wohnheim zu sehen.
Die Flüsse hier bieten ebenfalls einen sehr schönen Anblick mitten in der Stadt. Der Wasserstand der Flüsse ist sehr niedrig (meist unter einem Meter) und es gibt immer wieder Stellen wo man über einzelne Steine über den Fluss laufen kann.
Die Ufer sind gut geeignet zum spazieren gehen oder zum Joggen, allerdings muss ich sagen, dass ich noch keine Stelle gefunden habe, die mit der Neckarwiese in Heidelberg vergleichbar wäre.
Zwischen den ganzen Wohnhäusern findet man in der Stadt überall immer mal wieder Felder, auf denen Gemüse angebaut wird wie hier zu sehen. Auch wenn es mich irgendwie immer noch etwas irritiert ist dieser Anblick hier eindeutig keine Seltenheit.

Schon eher eine Seltenheit sind dagegen christliche Kirchen. Jemand aus meiner Arbeitsgruppe hat mir erzählt, dass die Kirchen hier teilweise gar keine offiziellen Einrichtungen sind und nicht zum offiziellen Christentum in Japan gehören. Dies gilt wohl speziell für Kirchen, die sich auf christliche Hochzeiten spezialisiert haben und damit einfach Geld verdienen wollen.
Dies ist der Eingang zum Botanischen Garten. Allerdings bin ich heute nicht rein gegangen. Ich denke das hebe ich mir für den Frühling auf ;)

Stattdessen bin ich zum Imperialen Palast gefahren. Ich habe aber keine Tour mitgemacht, sondern mir nur den Park außenherum angeguckt. Dieses besteht allerdings größtenteils nur aus überbreiten Kiesstraßen.
Ententeich im Süden des Parks












Nächste Woche ist hier von Mittwoch bis Freitag großes Universitätsfestival einschließlich Feuerwerk am Donnerstag. Bin ich schon sehr gespannt drauf und ihr müsst dann wohl auch nicht wieder so lange auf den nächsten Post warten. Ansonsten beschäftige ich mich in dem Bisschen Freizeit das ich hier so noch habe mal wieder ziemlich viel mit Spiele-Programmierung und wenn ich da mal einige Fortschritte mache werd ich euch hier auch mal etwas davon präsentieren :)

P.S. ich dürft auch gerne mal wieder Kommentare schreiben. Feedback is immer was tolles :D

Sonntag, 30. Oktober 2011

The Duty of a Tourist

Und wieder einmal ist eine Woche voller Ereignisse zuende gegangen. Am Donnerstag gab es im Foreign Students Department der Uni eine kleine Halloween Party für die ausländischen Studenten. Da allerdings hauptsächlich auch nur die ausländischen Studenten anwesend waren, unterschied sie sich eigneltich nicht von einer europäischen Halloween Party. Am Freitag hat dann mein Tutor die Zusage für eine Stipendiums Unterstützung für seine Doktorantenstelle nächstes Jahr bekommen und deshalb sind wir spontan mit der gesamten Arbeitsgruppe abends Essen und anschließend Bowlen gegangen. Ich hatte allerdings an beiden Tagen meine Camera nicht dabei, so dass ich euch keine Fotos zeigen kann, grade bei der Halloween Party ist das etwas schade.

Gestern bin ich dann mit ein paar Japanern aus meiner und einer anderen Arbeitsgruppe Nara besichtigen gefahren. Mit dabei war auch Swee, ein Postdoc aus Camebridge der gebürtig aus Malaysia kommt und genau wie ich nun ein Jahr hier in Kyoto an der Universität verbringt. Außerdem wurden wir noch von Friedrich begleitet, einem Doktoranten aus Wien, der für 9 Tage zu einer Konferenz nach Kyoto gekommen ist. Ich denke es sollte euch nicht schwer fallen, herauszufinden, wer auf dem Bild Friedrich ist :)

Nara ist eine der ältesten Städte Japans und zieht sehr viele Touristen, sowohl Japaner als auch Ausländer, an. Besonders für Schulklassen ist die Stadt ein beliebtes Reiseziel und da der Herbst wohl in vielen Schulen die Reisezeit ist, wie mir ein Kollege mitteilte, trafen wir auch auf einige Schulklassen.

Nara ist vor allem für zwei Dinge berühmt wobei das erste davon sehr aufdränglich ist: Hirsche! Und zwar viele. Diese leben frei in der Stadt, oder besser gesagt in den Parks der Stadt und lassen sich von den vielen Touristen gut durchfüttern. Sie sind absolut nicht scheu sondern im Gegenteil eher aufdringlich, wenn sie merken (oder glauben), dass man etwas zu Essen für sie hat. Dann kann man meistens nur noch hoffen, dass sie jemand anderes mit Essen finden und man selbst die Aufmerksamkeit der ganzen Tiere verliert.
Die wollen nur spi...fressen
Die Geweihe der Männchen werden übrigens regelmäßig gestuzt, damit sie nicht auf die Idee kommen mit ihnen sich gegenseitig oder die Menschen zu verletzen.
und es gibt sie in allen Größen


Sie sind überall



Die zweite Sache für die Nara berühmt ist, sind die alten Tempel und Schreine in der Stadt. Besonders die große Tempelanlage Tôdai-ji ist sehr berühmt. Diese beiden Typen hier sind etwa 8,5m hoch und bewachen den Eingang zur Tempelanlage, den man oben sehen kann. Die Statuen stehen in den beiden Kammern auf der linken und rechten Seite des Tores.

Das Hauptgebäude der Anlage ist das weltweit größte Gebäude, dass komplett aus Holz gebaut wurde. In seinem Inneren befindet sich der Daibutsu, eine 452 Tonnen schwere Buddha Statue aus Bronze. Als Touristenattraktion gibt es in einer der Säulen des Tempels auch ein Loch, das die exakte Größe des Nasenlochs des Großen Buddhas hat. Für ein Kleinkind ist es überhaupt kein Problem da durch zu krabbeln, aber auch Erwachsene Japaner schaffen es durch die Öffnung. Ich habe es zwar selber nicht getestet, weil es eine recht lange Schlange gab, aber wahrscheinlich hätte sogar ich mich da durchquetschen können.

In einem der anderen Schreine haben wir eine traditionelle japanische Hochzeitsgesellschaft getroffen. Allerdings wurde mir erzählt, dass die Familien wohl sehr reich sein müssen, da der Schrein sehr bekannt ist, und sich normale Japaner nicht leisten können, die Schreine für eine Hochzeit zu mieten.


Wer sich die restlichen Fotos die ich gemacht habe angucken möchte kann diese hier finden. Morgen werde ich auch noch die Fotos mit den anderen austauschen und dann wohl noch einige mehr hochladen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Ame ga kirai

Für alle die sich frage, was der Titel des heutigen Posts bedeutet: "Ich hasse Regen".
Das Jidai-Matsuri dass eigneltich gestern hätte stattfinden sollen wurde um einen Tag verschoben, da der Wetterbericht für gestern starke Regenfälle vorausgesagt hat. Da es gestern Mittag jedoch noch recht schöner Sonnenschein war habe ich mich mit einem Kommilitonen in der Stadt zum Mittagessen, Shoppen und Sight-Seeing getroffen. Und es kam natürlich, wie es kommen musste: kurz bevor wir den Rückweg antreten wollten begannen hier heftige Regenfälle, die an einigen Stellen kurzzeitig dafür sorgten, dass die Straßen einige Centimeter hoch komplett überflutet waren. Ich hatte zwar vorsorglich Regenjacke und -hose mitgenommen, aber als ich dann zu Hause ankam war ich klitsch nass :(
Heute fand dann das Festival, das eigentlich eine große Parade war, statt und es blieb dabei trotz einiger grauer Wolken recht trocken. Wie ich allerdings feststellte, ist gestern wohl auch etwas Wasser an die Kamera in meinem Rucksack gekommen wodurch die meisten Bilder die ich heute gemacht habe leider recht blass geworden sind, so dass man auf ihnen nicht mehr viel erkennen konnte :( Allerdings hatte ich trotzdem recht viel Spaß dabei, mir die Japaner anzugucken die in allerlei Mittelalterlichen Kostümen in der Parade mitgelaufen sind.
Dabei kam mir natürlich meine Größe zu Gute... grade die älteren Japaner reichen mir im Normalfall nichtmal bis an die Schulter ;) Die bauchte ich allerdings auch, denn ich hatte das Gefühl halb Kyoto hätte hier am Straßenrand gestanden. Das ist von der Wahrheit wahrscheinlich nicht mal so weit entfernt.

Auf der Straße marschierten allerhand Kriegsherren (die jedeoch eher hoch zu Ross saßen) mit ihrem Gefolge entlang. Darunter sehr viele Krieger und Soldaten, aber auch einfach Leute und ab und zu auch Konkubinen. 

Auch Gruppen von Mönchen wie die hier links zu sehende gab es häufiger in der Parade. Insgesammt dauerte es etwa 2 Stunden bis die gesammte Parade an einer Stelle vorbeigezogen war. Dabei musste sie allerdings auch immer wieder Anhalten um Autos oder Fußgänger an den Querstraßen vorbeizulassen. Das Ganze wurde mit ziemlich hohem Polizeiaufgebot geregelt.
Bei so einer Fußgängerüberquerung hab ich mir natürlich nicht die nebenstehende Perspektive nehmen lassen. :)
Ich hab auch kurz mit dem Gedanken gespielt in meiner Lederjacke und meinem Hut einfach mal in der Parade mitzulaufen. Mich hätten die Japaner bestimmt genau so, wenn nicht sogar noch mehr geknippst, wie die verkleideten Japaner ;) Allerdings hab ich mich dann aufgrund des hohen Polizeiaufgebots doch dagegen entschieden.


Wer sich noch mehr Bilder die ich gemacht habe angucken will, kann diese hier finden, allerdings sind einige von ihnen sehr blass und viele musste ich leider auch direkt löschen, weil nichts zu erkennen war.
Jetzt ist die Kamera jedenfalls wieder trocken und funktioniert so gut (oder schlecht) wie zuvor.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

The secound encounter

Nun ist fast eine Woche vergangen und es ist wohl Zeit für mich mal wieder zu berichten, was ich so treibe. Am letzten Wochenende war ich in der Innenstadt von Kyoto und hab mich dort etwas umgesehen. Ich werde dieses Wochenende wohl wieder dort hin gehen und dann eventuell auch mal ein paar Fotos machen, die ich mit euch teilen kann. Kommenden Samstag findet hier das Hauptevent des Jidai-Matsuri statt, eines der größten Festivals in Kyoto, von dem ich sicherlich einige Fotos machen werde.
Diese Woche habe ich außerdem von meinem Professor erklärt bekommen, welche Messung ich für ihn durchführen darf. Das ganze beruht ist im Prinzip auf einer Überlagerung eines supraleitenden Zustands mit einem Bose-Einstein-Kondensat. Das wird nicht allen von euch etwas sagen aber ich werde demnächst auch ein Post machen indem ich versuche das ganze so zu erklären, dass auch nicht Physiker eine Chance haben eine Vorstellung davon zu kriegen, an was ich hier arbeite. Allerdings ist der supraleitende Magnet den ich für die Messung benötige derzeit besetzt, so dass ich erst in einem Monat mit der Messung anfangen kann und jetzt erstmal noch Zeit habe mich theoretisch auf die Physik die ich untersuchen werde vorzubereiten und mich noch ein bisschen besser hier in Japan einzuleben.

Nach dem ganzen trockenen Text jetzt aber erstmal wieder zu den Bildern aus meinem Leben hier. Heute gab es eine road-safety-lecture in der wir von der japanischen Polizei und Feuerwehr auf typische Gefahren hingewiesen wurden, die Ausländern in Japan drohen. Das größte Problem für mich ist wohl der Linksverkehr, weil ich instinktiv immer noch versuche nach rechts auszuweichen. 
Das Highlight der Veranstaltung heute war ein Erdbebensimulator in dem wir erleben durften, wie sich so ein Erdbeben anfühlt. Im Simulator war das ganze recht lustig weil man ja wusste, dass nichts ernstes passieren kann, aber ich glaube wenn sowas in echt passiert und länger anhält (im Simulator waren es 30 Sekunden, in echt können schwere Erdbeben wohl locker mal 5-6 mal länger dauern) ist das wohl wirklich nicht sehr nett. Allerdings liegt Kyoto in einer sehr ruhigen Region was Erdbeben angeht. Zumindest für japanische Verhältnisse. Leichtere Erdbeben können zwar wie überall in Japan täglich vorkommen, aber schwerere Erdbeben kommen in Kyoto wohl nur alle 30 Jahre vor. Von dem schweren Erdbeben in März hat man in Kyoto wohl auch nichts, oder zumindest nicht viel gespührt.

Im Anschluss gab es im Innenhof des Physik Instituts eine Barbecue-Party des gesamten Instituts, wobei eher die Studenten anwesend waren als die Professoren. Das ganze war sehr unterhaltsam, doch wie nicht anders zu erwarten gab es im Vergleich zu europäischen Barbecue-Partys einige Unterschiede.
Der erste offensichtliche Unterschied ist die Art, wie das gegrillte Fleisch gegessen wird. Dabei gibt es nicht eine Art Grill-Meister, wie es in Deutschland öfters üblich ist, sondern jeder steht um den Grill, dreht ab und zu Fleischstücke um und nimmt sich was er will direkt vom Grill. Dabei sind die Fleischstücke auch deutlich kleiner als in Deutschland, so dass man sie problemlos mit Stäbchen vom Grill nehmen kann und in einem Bissen essen kann. 
Ein weiterer Unterschied ist was gegrillt wird. Wie ihr links sehen könnt werden neben Fleisch auch Muscheln auf den Grill gelegt. Und ja, ich habe natürlich die Muscheln probiert. Die öfters gehörte Aussage "Schmeckt wie Hühnchen" kann ich allerdings nicht bestätigen. Ich hatte Hühnchen direkt hinterher und das schmeckte eindeutig anders. Allerdings war der Unterschied auch nicht unbedingt so groß. Ein bisschen hat mich das Muschelfleisch an Sehnen aus Schweinefleisch oder so erinnert. Man konnte es jedenfalls gut gegrillt und mit genügend Soße essen.
Auch für die Vegetarierer unter uns gab es einige Sachen auf dem Grill. Hier links seht ihr unter anderem Zwiebeln, Salat, Paprika und Pilze auf dem Grill. Eigentlich alles was die Japaner so an Rohkost essen, werfen sie scheinbar auchauf den Grill.
Auf diesem Bild seht ihr auch eine der Schalen in denen jeder seine Soße für das Fleisch hatte. Was man sich vom Grill nahm wurde normalerweise schön in der Soße getränkt und anschließend in einem Biss gegessen. Dabei sei auch nochmal erwähnt dass die Japaner keine Marinade oder ähnliches an ihr Fleisch tun, bevor sie es grillen.
Was ich auch sehr kurios fand war die Tatsache dass sogar Nudeln auf den Grill geworfen wurden (die allerdings vorgekocht waren). Diese wurden mit einigen Salatblättern gespickt und größzügig in Soße getränkt (die auch mit Bier verfeinert wurde ^^).
Insgesamt muss ich sagen, dass zwar alles für mich Europäer sehr fremd wirkt, aber ich finde das Japanische Essen im allgemeinen sehr lecker und vertraue auf meine Kommilitonen hier, wenn sie mir sagen, was ich probieren soll :D
Neben dem Essen gab es noch einiges an Feuerwerk zubewundern. Es wäre wahrscheinlich übertrieben zu sagen, dass alle Japanerauf total auf Feuerwerk abfahren, aber es gibt sicherlich einige Spezialisten unter ihnen. Besonders unter Physikern schienen diese großen Wunderkerzen hier jedenfalls recht beliebt zu sein. Aber welcher Physiker, ob Europäer oder Japaner, spielt denn nicht gerne mal mit dem Feuer? Und ja, ich weiß, dass mich der letzte Satz mit einschließt ;)