Nun ist fast eine Woche vergangen und es ist wohl Zeit für mich mal wieder zu berichten, was ich so treibe. Am letzten Wochenende war ich in der Innenstadt von Kyoto und hab mich dort etwas umgesehen. Ich werde dieses Wochenende wohl wieder dort hin gehen und dann eventuell auch mal ein paar Fotos machen, die ich mit euch teilen kann. Kommenden Samstag findet hier das Hauptevent des Jidai-Matsuri statt, eines der größten Festivals in Kyoto, von dem ich sicherlich einige Fotos machen werde.
Diese Woche habe ich außerdem von meinem Professor erklärt bekommen, welche Messung ich für ihn durchführen darf. Das ganze beruht ist im Prinzip auf einer Überlagerung eines supraleitenden Zustands mit einem Bose-Einstein-Kondensat. Das wird nicht allen von euch etwas sagen aber ich werde demnächst auch ein Post machen indem ich versuche das ganze so zu erklären, dass auch nicht Physiker eine Chance haben eine Vorstellung davon zu kriegen, an was ich hier arbeite. Allerdings ist der supraleitende Magnet den ich für die Messung benötige derzeit besetzt, so dass ich erst in einem Monat mit der Messung anfangen kann und jetzt erstmal noch Zeit habe mich theoretisch auf die Physik die ich untersuchen werde vorzubereiten und mich noch ein bisschen besser hier in Japan einzuleben.
Das Highlight der Veranstaltung heute war ein Erdbebensimulator in dem wir erleben durften, wie sich so ein Erdbeben anfühlt. Im Simulator war das ganze recht lustig weil man ja wusste, dass nichts ernstes passieren kann, aber ich glaube wenn sowas in echt passiert und länger anhält (im Simulator waren es 30 Sekunden, in echt können schwere Erdbeben wohl locker mal 5-6 mal länger dauern) ist das wohl wirklich nicht sehr nett. Allerdings liegt Kyoto in einer sehr ruhigen Region was Erdbeben angeht. Zumindest für japanische Verhältnisse. Leichtere Erdbeben können zwar wie überall in Japan täglich vorkommen, aber schwerere Erdbeben kommen in Kyoto wohl nur alle 30 Jahre vor. Von dem schweren Erdbeben in März hat man in Kyoto wohl auch nichts, oder zumindest nicht viel gespührt.
Im Anschluss gab es im Innenhof des Physik Instituts eine Barbecue-Party des gesamten Instituts, wobei eher die Studenten anwesend waren als die Professoren. Das ganze war sehr unterhaltsam, doch wie nicht anders zu erwarten gab es im Vergleich zu europäischen Barbecue-Partys einige Unterschiede.
Der erste offensichtliche Unterschied ist die Art, wie das gegrillte Fleisch gegessen wird. Dabei gibt es nicht eine Art Grill-Meister, wie es in Deutschland öfters üblich ist, sondern jeder steht um den Grill, dreht ab und zu Fleischstücke um und nimmt sich was er will direkt vom Grill. Dabei sind die Fleischstücke auch deutlich kleiner als in Deutschland, so dass man sie problemlos mit Stäbchen vom Grill nehmen kann und in einem Bissen essen kann.
Ein weiterer Unterschied ist was gegrillt wird. Wie ihr links sehen könnt werden neben Fleisch auch Muscheln auf den Grill gelegt. Und ja, ich habe natürlich die Muscheln probiert. Die öfters gehörte Aussage "Schmeckt wie Hühnchen" kann ich allerdings nicht bestätigen. Ich hatte Hühnchen direkt hinterher und das schmeckte eindeutig anders. Allerdings war der Unterschied auch nicht unbedingt so groß. Ein bisschen hat mich das Muschelfleisch an Sehnen aus Schweinefleisch oder so erinnert. Man konnte es jedenfalls gut gegrillt und mit genügend Soße essen.
Was ich auch sehr kurios fand war die Tatsache dass sogar Nudeln auf den Grill geworfen wurden (die allerdings vorgekocht waren). Diese wurden mit einigen Salatblättern gespickt und größzügig in Soße getränkt (die auch mit Bier verfeinert wurde ^^).
Insgesamt muss ich sagen, dass zwar alles für mich Europäer sehr fremd wirkt, aber ich finde das Japanische Essen im allgemeinen sehr lecker und vertraue auf meine Kommilitonen hier, wenn sie mir sagen, was ich probieren soll :D
Neben dem Essen gab es noch einiges an Feuerwerk zubewundern. Es wäre wahrscheinlich übertrieben zu sagen, dass alle Japanerauf total auf Feuerwerk abfahren, aber es gibt sicherlich einige Spezialisten unter ihnen. Besonders unter Physikern schienen diese großen Wunderkerzen hier jedenfalls recht beliebt zu sein. Aber welcher Physiker, ob Europäer oder Japaner, spielt denn nicht gerne mal mit dem Feuer? Und ja, ich weiß, dass mich der letzte Satz mit einschließt ;)
Cool!!!
AntwortenLöschenWer macht eigentlich immer die Fotos? Wenn ich Bilder mache bin ich da selbst immer nicht drauf ;-)
Naja, die wo ich selber drauf bin werden halt von Japanern aus meiner Arbeitsgruppe gemacht. Das Bild in der Bar haben wir den Barkeeper machen lassen ;)
AntwortenLöschenHast du ernsthaft "die wo" geschrieben??? Du sollltest keinem Japaner Deutsch beibringen:-P
AntwortenLöschenAber die Bilder sind super! Du schaust auch sehr zufrieden aus;) Was sicherlich nicht zuletzt an dem Feuer liegt:-P
Ich fand das Essen auf dem Grill aber nicht soo ungewöhnlich! Zwiebeln, Pilze und Paprika sind schon relativ normal, auch für uns! Beton mal, dass es das bei uns auch gibt! Nudeln klingt allerdings echt ganz cool! Sieht witzig aus.