Mittwoch, 30. November 2011

Das Gesicht einer Großstadt

Hallo mal wieder alle zusammen. Da ich euch vor 10 Tagen ja einige schöne Bilder der Natur in Kyoto gezeigt habe, habe ich gedacht ich zeige auch mal die andere Seite: große Bauten aus Beton, Stahl und Glas. Natürlich sind überall in der Stadt Zeichen japanischer Kultur und Kunst zu finden, wie kleine Schreine, Statuen und ähnliches und ein Student der Architektur könnte mir wahrscheinlich genau erklären, wo der Unterschied zwischen moderner japanischer und europäischer Baukunst liegt, aber meinem ungeschulten Auge fallen die meisten Unterschiede nur auf, wenn sie mich mit einem Zaunpfahl verprügeln.

Das Herz jeder Stadt: das Rathaus. In Kyoto fällt es wie in vielen anderen Städten durch den sauber gepflegten Platz davor direkt auf. Es ist zwar deutlich kleiner als die Hochhäuser in der direkten Umgebung, aber ein eindeutiger Blickfang. Wäre ich ein Romantiker oder sowas könnte ich jetzt bestimmt noch was zu den schönen roten Herbstblättern an den Bäumen vor dem Rathaus sagen, aber da ich das nicht bin und diesen Post wie angesprochen sowieso nicht der Natur hier widmen wollte gehen wir lieber dazu über worüber ich diesmal eigentlich berichten will.

Diese bereits angesprochenen Gigangen aus Stahl, Beton und Glas zieren den größten Teil der Innenstadt. Ich bin eigentlich etwas froh, dass mein Wonheim und auch der Uni-Campus nicht in der Innenstadt liegen. Dies hat nicht den Grund, dass ich keine Hochhäuser mag, oder der Verkehr in der Innenstadt recht laut sein kann (was er zweifelsfrei ist, mich allerdings nicht wirklich stören würde). Das Problem liegt für einen praktsich veranlagten Menschen, wie ich es einer bin an einer ganz anderen Stelle:
Das simple Problem in der Innenstadt ist, dass das Konzept "Grüne Welle" die Japaner scheinbar noch nicht erreicht hat. Abgesehen davon ist in der Innenstadt sowieso Fahrrad-Verbot was mir mehr als ein Dorn im Auge wäre, wenn ich da jeden Tag durchfahren müsste.... Aber auch für die Autos bedeutet dies einen unheimlich stockenden Verkehr. Aber ich will mit den Japanern nicht zu hart ins Gericht gehen, denn die Verkehrssituation in europäischen Innenstädten ist nunmal zu Stoßzeiten nicht wirklich anders (ich liebe die Tage an denen ich in Heidelberg zum Feierabendverkehr von der Uni heimfahre und wärend meiner gesammten Fahrt an stehenden Autos vorbeifahre :D ).

Das die Japaner sich schon gewisse Gedanken um praktische Infrastrukturen und andere Dinge des Lebens machen zeigt dieser Blick auf die Haupteinkaufsstraße in Shijo, dem Kern der Innenstadt. Ja, Straße, nicht Passage oder sowas...  Eigentlich habe ich immer angenommen die Straße sei eine Fußgängerzone, aber mir fällt beim Betrachten des Bildes grade das Tempo-30 Schild auf, was mich  grade irgendwie verwundert.... naja, wer da mit Tempo 30 durchfährt sollte jedenfalls wegen vorsätzlichem Massenmord verurteilt werden...^^
Jedenfalls ist die gesammte Einkaufsstraße  überdacht und das bei einer Länge von grob geschätzt 2 km (wer mich kennt weiß, dass ich im Schätzen von größeren Längen nie besonders gut war... ^^) und das ganze ist nicht einzigartig, sondern wird bei der Parallelstraße nebenan genau gleich nochmal wiederholt. Das würde das Einkaufen im Regen deutlich angenehmern gestalten, wenn ich nur einigermaßen trocken in Shijo ankommen würde... allerdings ist die nächste U-Bahn Haltestelle etwas von meinem Wonheim entfernt... das ganze bringt mir also praktisch doch nicht so viel...


In einer echten Großstadt, darf ein Starbucks natürlich nicht fehlen. Was auf diesem Bild allerdings nicht zu sehen ist: 3 Häuser weiter gibts direkt den nächsten Starbucks, und dazwischen noch nen anderes Café. Und das ist nicht übertrieben. Das ist nicht überall in Kyoto so, aber in der Straße in der ich dieses Foto gemacht habe ist es definitiv der Fall. Das liegt wohl daran, dass dort große Banken und andere Firmen angesiedelt waren, deren Mitarbeiter vor ihrer Arbeit sich gerne mal einen Kaffee holen aber nicht lange dafür anstehen wollen.

Wer übrigens geglaubt hat dass die Japaner kein Weihnachten feiern hat recht. Wer deshalb aber glaubt, die Weihnachtszeit würde unbemerkt an den Japanern vorrübergehen liegt damit allerdings weit daneben. Es ist bunt, es glitzert und man kann damit Geld machen. Für viele Japaner ist die Weihnachtszeit wohl sogar noch schöner als für einige Europäer.
Der 23. Dezember ist der Geburtstag des aktuellen Kaisers und somit ein nationaler Feiertag. Daher haben zumindest die Schulen und Universitäten so ziemlich die gleichen Winterferien wie ihre europäischen Pendants.


Was mich auch zu dem Punkt bringt, dass ich derzeit gar nicht weiß, ob ich an Weihnachten eigenltich im Labor erwartet werde oder nicht... naja, mal gucken. Ich denke nicht dass die Japaner es mir ankreiden würden an Weihnachten nicht zu erscheinen, aber ehrlichgesagt weiß ich noch gar nicht wie ich Weihnachten hier verbringen werde... bevor ich alleine in meinem Zimmer rumsitze werd ich sicher in die Uni fahren, aber da finden sich bis dahin bestimmt noch vielversprechendere Alternativen.

Ich wünsche jedenfalls allen in der Heimat, oder wo ihr euch auch immer grade rumtreibt, eine schöne Adventszeit und freue mich wie immer auch von euch mal was zu hören :D

Mittwoch, 23. November 2011

Die spinnen, die Japaner

Hier hat heute das November Festival der Uni angefangen. Das läuft jetzt noch bis Samstag und das bedeutet, dass sämtliche Vorlesungen ausfallen. Allerdings arbeiten die Arbeitsgruppen fleißig weiter, weshalb ich nicht so viel Freizeit habe....
Auf dem Bild seht ihr mich, wie ich frittierte Eiscreme esse. Yam, lecker :D
 November Festival, das bedeutet erstmal VIEELE Menschen.... und einige von denen... nun ja ^^
 Neben den obligatorischen Fressbuden die den gesamten Uni-Campus und das Baseball-Feld, das den Hauptfestplatz stellt, überfluten gibt es auch einige andere Stände, an denen man unter anderem sein Geschick testen kann, wie z.B. hier im Bogenschießen. Als Hauptgewinn für 3 mal ins Schwarze gab es hier eine PS3 und eine Wii zu gewinnen.

Auch für die Kleine gab es genung
 Irgendwie musste ich hier direkt an Terence Hill denken, der dit Torte dem Marktschreier direkt ins Gesicht wirft.
 Ansonsten haben alle möglichen Tanzgruppen und Bands ihr Können präsentiert. Die Tanzgruppen natürlich alle sehr schön in irgendwelchen bunten Kostümen.



Auch für allerhand Quatsch gab es reichlich Gelegenheiten, die auch gut genutzt wurden. 

Wobei ich gestehen muss, dass einiges davon für die Japaner deutlich lustiger war, als für einen Europäer, aber ich mag Quatsch, egal welcher Herkunft :D
Zum Abschluss des Tages gab es ein schönes großes Lagerfeuer. Allerdings durfte man nicht näher als 4m an's Feuer heran... natürlich nichts im Vergleich zu einem guten Osterfeuer oder der Thingstätte, aber man nimmt was man kriegen kann. Dafür haben einige der ofiziellen Mitarbeiter immer mal wieder irgendeine brennbare Flüssigkeits ins Feuer gekippt und für schöne Stichflammen gesorgt :D

Wie gesagt muss ich die nächsten Tage arbeiten, aber ich werd sicherlich noch Gelegenheiten finden weitere Bilder zu machen.

Sonntag, 20. November 2011

This world around me

Hey, tut mir leid, dass ich länger nix von mir hab' hören lassen, aber die letzten Wochen hier war ich eigneltich die meiste Zeit nur in der Uni und die Wochenenden waren dann sehr verregnet. Daher gab es nicht viel zu berichten.
Linksverkehr is großer Mist
Heute gab es endlich wieder mal am Wochenende schönes Wetter obwohl eigentlich wieder Regen vorhergesagt wurde und es gestern auch den ganzen Tag geregnet hat. Ich habe das Wetter jedenfalls genutzt um wieder ein wenig in der Stadt rumzufahren. So groß wie die Stadt ist kann man echt Tage damit verbringen neue Gegenden zu erkunden.
Inzwischen ist es hier recht kalt geworden, wie man wohl auch an meiner Kleidung erkennen kann. Nächste Woche sollen die Temperaturen laut Wetterbericht schon auf 0° fallen. Einige Bäume sind schon seit einiger Zeit im herbstlichen rot-braun gekleidet, aber andere bleiben auch noch bei ihrem sommerlichen grün, wie hier in einem Park nördlich von meinem Wohnheim zu sehen.
Die Flüsse hier bieten ebenfalls einen sehr schönen Anblick mitten in der Stadt. Der Wasserstand der Flüsse ist sehr niedrig (meist unter einem Meter) und es gibt immer wieder Stellen wo man über einzelne Steine über den Fluss laufen kann.
Die Ufer sind gut geeignet zum spazieren gehen oder zum Joggen, allerdings muss ich sagen, dass ich noch keine Stelle gefunden habe, die mit der Neckarwiese in Heidelberg vergleichbar wäre.
Zwischen den ganzen Wohnhäusern findet man in der Stadt überall immer mal wieder Felder, auf denen Gemüse angebaut wird wie hier zu sehen. Auch wenn es mich irgendwie immer noch etwas irritiert ist dieser Anblick hier eindeutig keine Seltenheit.

Schon eher eine Seltenheit sind dagegen christliche Kirchen. Jemand aus meiner Arbeitsgruppe hat mir erzählt, dass die Kirchen hier teilweise gar keine offiziellen Einrichtungen sind und nicht zum offiziellen Christentum in Japan gehören. Dies gilt wohl speziell für Kirchen, die sich auf christliche Hochzeiten spezialisiert haben und damit einfach Geld verdienen wollen.
Dies ist der Eingang zum Botanischen Garten. Allerdings bin ich heute nicht rein gegangen. Ich denke das hebe ich mir für den Frühling auf ;)

Stattdessen bin ich zum Imperialen Palast gefahren. Ich habe aber keine Tour mitgemacht, sondern mir nur den Park außenherum angeguckt. Dieses besteht allerdings größtenteils nur aus überbreiten Kiesstraßen.
Ententeich im Süden des Parks












Nächste Woche ist hier von Mittwoch bis Freitag großes Universitätsfestival einschließlich Feuerwerk am Donnerstag. Bin ich schon sehr gespannt drauf und ihr müsst dann wohl auch nicht wieder so lange auf den nächsten Post warten. Ansonsten beschäftige ich mich in dem Bisschen Freizeit das ich hier so noch habe mal wieder ziemlich viel mit Spiele-Programmierung und wenn ich da mal einige Fortschritte mache werd ich euch hier auch mal etwas davon präsentieren :)

P.S. ich dürft auch gerne mal wieder Kommentare schreiben. Feedback is immer was tolles :D