Sonntag, 30. Oktober 2011

The Duty of a Tourist

Und wieder einmal ist eine Woche voller Ereignisse zuende gegangen. Am Donnerstag gab es im Foreign Students Department der Uni eine kleine Halloween Party für die ausländischen Studenten. Da allerdings hauptsächlich auch nur die ausländischen Studenten anwesend waren, unterschied sie sich eigneltich nicht von einer europäischen Halloween Party. Am Freitag hat dann mein Tutor die Zusage für eine Stipendiums Unterstützung für seine Doktorantenstelle nächstes Jahr bekommen und deshalb sind wir spontan mit der gesamten Arbeitsgruppe abends Essen und anschließend Bowlen gegangen. Ich hatte allerdings an beiden Tagen meine Camera nicht dabei, so dass ich euch keine Fotos zeigen kann, grade bei der Halloween Party ist das etwas schade.

Gestern bin ich dann mit ein paar Japanern aus meiner und einer anderen Arbeitsgruppe Nara besichtigen gefahren. Mit dabei war auch Swee, ein Postdoc aus Camebridge der gebürtig aus Malaysia kommt und genau wie ich nun ein Jahr hier in Kyoto an der Universität verbringt. Außerdem wurden wir noch von Friedrich begleitet, einem Doktoranten aus Wien, der für 9 Tage zu einer Konferenz nach Kyoto gekommen ist. Ich denke es sollte euch nicht schwer fallen, herauszufinden, wer auf dem Bild Friedrich ist :)

Nara ist eine der ältesten Städte Japans und zieht sehr viele Touristen, sowohl Japaner als auch Ausländer, an. Besonders für Schulklassen ist die Stadt ein beliebtes Reiseziel und da der Herbst wohl in vielen Schulen die Reisezeit ist, wie mir ein Kollege mitteilte, trafen wir auch auf einige Schulklassen.

Nara ist vor allem für zwei Dinge berühmt wobei das erste davon sehr aufdränglich ist: Hirsche! Und zwar viele. Diese leben frei in der Stadt, oder besser gesagt in den Parks der Stadt und lassen sich von den vielen Touristen gut durchfüttern. Sie sind absolut nicht scheu sondern im Gegenteil eher aufdringlich, wenn sie merken (oder glauben), dass man etwas zu Essen für sie hat. Dann kann man meistens nur noch hoffen, dass sie jemand anderes mit Essen finden und man selbst die Aufmerksamkeit der ganzen Tiere verliert.
Die wollen nur spi...fressen
Die Geweihe der Männchen werden übrigens regelmäßig gestuzt, damit sie nicht auf die Idee kommen mit ihnen sich gegenseitig oder die Menschen zu verletzen.
und es gibt sie in allen Größen


Sie sind überall



Die zweite Sache für die Nara berühmt ist, sind die alten Tempel und Schreine in der Stadt. Besonders die große Tempelanlage Tôdai-ji ist sehr berühmt. Diese beiden Typen hier sind etwa 8,5m hoch und bewachen den Eingang zur Tempelanlage, den man oben sehen kann. Die Statuen stehen in den beiden Kammern auf der linken und rechten Seite des Tores.

Das Hauptgebäude der Anlage ist das weltweit größte Gebäude, dass komplett aus Holz gebaut wurde. In seinem Inneren befindet sich der Daibutsu, eine 452 Tonnen schwere Buddha Statue aus Bronze. Als Touristenattraktion gibt es in einer der Säulen des Tempels auch ein Loch, das die exakte Größe des Nasenlochs des Großen Buddhas hat. Für ein Kleinkind ist es überhaupt kein Problem da durch zu krabbeln, aber auch Erwachsene Japaner schaffen es durch die Öffnung. Ich habe es zwar selber nicht getestet, weil es eine recht lange Schlange gab, aber wahrscheinlich hätte sogar ich mich da durchquetschen können.

In einem der anderen Schreine haben wir eine traditionelle japanische Hochzeitsgesellschaft getroffen. Allerdings wurde mir erzählt, dass die Familien wohl sehr reich sein müssen, da der Schrein sehr bekannt ist, und sich normale Japaner nicht leisten können, die Schreine für eine Hochzeit zu mieten.


Wer sich die restlichen Fotos die ich gemacht habe angucken möchte kann diese hier finden. Morgen werde ich auch noch die Fotos mit den anderen austauschen und dann wohl noch einige mehr hochladen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Ame ga kirai

Für alle die sich frage, was der Titel des heutigen Posts bedeutet: "Ich hasse Regen".
Das Jidai-Matsuri dass eigneltich gestern hätte stattfinden sollen wurde um einen Tag verschoben, da der Wetterbericht für gestern starke Regenfälle vorausgesagt hat. Da es gestern Mittag jedoch noch recht schöner Sonnenschein war habe ich mich mit einem Kommilitonen in der Stadt zum Mittagessen, Shoppen und Sight-Seeing getroffen. Und es kam natürlich, wie es kommen musste: kurz bevor wir den Rückweg antreten wollten begannen hier heftige Regenfälle, die an einigen Stellen kurzzeitig dafür sorgten, dass die Straßen einige Centimeter hoch komplett überflutet waren. Ich hatte zwar vorsorglich Regenjacke und -hose mitgenommen, aber als ich dann zu Hause ankam war ich klitsch nass :(
Heute fand dann das Festival, das eigentlich eine große Parade war, statt und es blieb dabei trotz einiger grauer Wolken recht trocken. Wie ich allerdings feststellte, ist gestern wohl auch etwas Wasser an die Kamera in meinem Rucksack gekommen wodurch die meisten Bilder die ich heute gemacht habe leider recht blass geworden sind, so dass man auf ihnen nicht mehr viel erkennen konnte :( Allerdings hatte ich trotzdem recht viel Spaß dabei, mir die Japaner anzugucken die in allerlei Mittelalterlichen Kostümen in der Parade mitgelaufen sind.
Dabei kam mir natürlich meine Größe zu Gute... grade die älteren Japaner reichen mir im Normalfall nichtmal bis an die Schulter ;) Die bauchte ich allerdings auch, denn ich hatte das Gefühl halb Kyoto hätte hier am Straßenrand gestanden. Das ist von der Wahrheit wahrscheinlich nicht mal so weit entfernt.

Auf der Straße marschierten allerhand Kriegsherren (die jedeoch eher hoch zu Ross saßen) mit ihrem Gefolge entlang. Darunter sehr viele Krieger und Soldaten, aber auch einfach Leute und ab und zu auch Konkubinen. 

Auch Gruppen von Mönchen wie die hier links zu sehende gab es häufiger in der Parade. Insgesammt dauerte es etwa 2 Stunden bis die gesammte Parade an einer Stelle vorbeigezogen war. Dabei musste sie allerdings auch immer wieder Anhalten um Autos oder Fußgänger an den Querstraßen vorbeizulassen. Das Ganze wurde mit ziemlich hohem Polizeiaufgebot geregelt.
Bei so einer Fußgängerüberquerung hab ich mir natürlich nicht die nebenstehende Perspektive nehmen lassen. :)
Ich hab auch kurz mit dem Gedanken gespielt in meiner Lederjacke und meinem Hut einfach mal in der Parade mitzulaufen. Mich hätten die Japaner bestimmt genau so, wenn nicht sogar noch mehr geknippst, wie die verkleideten Japaner ;) Allerdings hab ich mich dann aufgrund des hohen Polizeiaufgebots doch dagegen entschieden.


Wer sich noch mehr Bilder die ich gemacht habe angucken will, kann diese hier finden, allerdings sind einige von ihnen sehr blass und viele musste ich leider auch direkt löschen, weil nichts zu erkennen war.
Jetzt ist die Kamera jedenfalls wieder trocken und funktioniert so gut (oder schlecht) wie zuvor.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

The secound encounter

Nun ist fast eine Woche vergangen und es ist wohl Zeit für mich mal wieder zu berichten, was ich so treibe. Am letzten Wochenende war ich in der Innenstadt von Kyoto und hab mich dort etwas umgesehen. Ich werde dieses Wochenende wohl wieder dort hin gehen und dann eventuell auch mal ein paar Fotos machen, die ich mit euch teilen kann. Kommenden Samstag findet hier das Hauptevent des Jidai-Matsuri statt, eines der größten Festivals in Kyoto, von dem ich sicherlich einige Fotos machen werde.
Diese Woche habe ich außerdem von meinem Professor erklärt bekommen, welche Messung ich für ihn durchführen darf. Das ganze beruht ist im Prinzip auf einer Überlagerung eines supraleitenden Zustands mit einem Bose-Einstein-Kondensat. Das wird nicht allen von euch etwas sagen aber ich werde demnächst auch ein Post machen indem ich versuche das ganze so zu erklären, dass auch nicht Physiker eine Chance haben eine Vorstellung davon zu kriegen, an was ich hier arbeite. Allerdings ist der supraleitende Magnet den ich für die Messung benötige derzeit besetzt, so dass ich erst in einem Monat mit der Messung anfangen kann und jetzt erstmal noch Zeit habe mich theoretisch auf die Physik die ich untersuchen werde vorzubereiten und mich noch ein bisschen besser hier in Japan einzuleben.

Nach dem ganzen trockenen Text jetzt aber erstmal wieder zu den Bildern aus meinem Leben hier. Heute gab es eine road-safety-lecture in der wir von der japanischen Polizei und Feuerwehr auf typische Gefahren hingewiesen wurden, die Ausländern in Japan drohen. Das größte Problem für mich ist wohl der Linksverkehr, weil ich instinktiv immer noch versuche nach rechts auszuweichen. 
Das Highlight der Veranstaltung heute war ein Erdbebensimulator in dem wir erleben durften, wie sich so ein Erdbeben anfühlt. Im Simulator war das ganze recht lustig weil man ja wusste, dass nichts ernstes passieren kann, aber ich glaube wenn sowas in echt passiert und länger anhält (im Simulator waren es 30 Sekunden, in echt können schwere Erdbeben wohl locker mal 5-6 mal länger dauern) ist das wohl wirklich nicht sehr nett. Allerdings liegt Kyoto in einer sehr ruhigen Region was Erdbeben angeht. Zumindest für japanische Verhältnisse. Leichtere Erdbeben können zwar wie überall in Japan täglich vorkommen, aber schwerere Erdbeben kommen in Kyoto wohl nur alle 30 Jahre vor. Von dem schweren Erdbeben in März hat man in Kyoto wohl auch nichts, oder zumindest nicht viel gespührt.

Im Anschluss gab es im Innenhof des Physik Instituts eine Barbecue-Party des gesamten Instituts, wobei eher die Studenten anwesend waren als die Professoren. Das ganze war sehr unterhaltsam, doch wie nicht anders zu erwarten gab es im Vergleich zu europäischen Barbecue-Partys einige Unterschiede.
Der erste offensichtliche Unterschied ist die Art, wie das gegrillte Fleisch gegessen wird. Dabei gibt es nicht eine Art Grill-Meister, wie es in Deutschland öfters üblich ist, sondern jeder steht um den Grill, dreht ab und zu Fleischstücke um und nimmt sich was er will direkt vom Grill. Dabei sind die Fleischstücke auch deutlich kleiner als in Deutschland, so dass man sie problemlos mit Stäbchen vom Grill nehmen kann und in einem Bissen essen kann. 
Ein weiterer Unterschied ist was gegrillt wird. Wie ihr links sehen könnt werden neben Fleisch auch Muscheln auf den Grill gelegt. Und ja, ich habe natürlich die Muscheln probiert. Die öfters gehörte Aussage "Schmeckt wie Hühnchen" kann ich allerdings nicht bestätigen. Ich hatte Hühnchen direkt hinterher und das schmeckte eindeutig anders. Allerdings war der Unterschied auch nicht unbedingt so groß. Ein bisschen hat mich das Muschelfleisch an Sehnen aus Schweinefleisch oder so erinnert. Man konnte es jedenfalls gut gegrillt und mit genügend Soße essen.
Auch für die Vegetarierer unter uns gab es einige Sachen auf dem Grill. Hier links seht ihr unter anderem Zwiebeln, Salat, Paprika und Pilze auf dem Grill. Eigentlich alles was die Japaner so an Rohkost essen, werfen sie scheinbar auchauf den Grill.
Auf diesem Bild seht ihr auch eine der Schalen in denen jeder seine Soße für das Fleisch hatte. Was man sich vom Grill nahm wurde normalerweise schön in der Soße getränkt und anschließend in einem Biss gegessen. Dabei sei auch nochmal erwähnt dass die Japaner keine Marinade oder ähnliches an ihr Fleisch tun, bevor sie es grillen.
Was ich auch sehr kurios fand war die Tatsache dass sogar Nudeln auf den Grill geworfen wurden (die allerdings vorgekocht waren). Diese wurden mit einigen Salatblättern gespickt und größzügig in Soße getränkt (die auch mit Bier verfeinert wurde ^^).
Insgesamt muss ich sagen, dass zwar alles für mich Europäer sehr fremd wirkt, aber ich finde das Japanische Essen im allgemeinen sehr lecker und vertraue auf meine Kommilitonen hier, wenn sie mir sagen, was ich probieren soll :D
Neben dem Essen gab es noch einiges an Feuerwerk zubewundern. Es wäre wahrscheinlich übertrieben zu sagen, dass alle Japanerauf total auf Feuerwerk abfahren, aber es gibt sicherlich einige Spezialisten unter ihnen. Besonders unter Physikern schienen diese großen Wunderkerzen hier jedenfalls recht beliebt zu sein. Aber welcher Physiker, ob Europäer oder Japaner, spielt denn nicht gerne mal mit dem Feuer? Und ja, ich weiß, dass mich der letzte Satz mit einschließt ;)

Samstag, 15. Oktober 2011

First Strike

So, wie angekündigt gab es gestern abend eine kleine Wilkommensfeier für mich (und andere neue Mitglieder in der Arbeitsgruppe). Natürlich will ich euch die Fotos davon nicht vorenthalten.
Das ganze fand in einem traditionellen Japanischen Restaurant statt. Gegessen wurde an sehr flachen Tischen vor denen man auf einem Kissen auf dem Boden saß. Wie mein Professor bemerkte war ich lustigerweise der einzige der in der traditionellen Sitzweise (wie auf dem Bild zu sehen) Platz genommen hat. Da nach einiger Zeit meine Füße eingeschlafen sind hab ich das allerdings auch nicht die ganze Zeit durchgehalten ^^
Als Vorspeise gab es für Japan typischen rohen Fisch mit ein paar Gewürzen und Soßen (lecker Wasabi ;D). Danach einen Salat und als Hauptspeiße Chankonabe. Das ist eine Art Suppe oder Eintopf die auf den Tischen zubereitet wird. Dabei wird in der Schüssel die man auf dem Tisch sieht in einer recht öligen Flüssigkeit Gemüse, Fleisch, Tofu und andere Sachen gekocht. Chanokonabe ist bekannt dafür, dass Sumo Ringer es essen um ihr Gewicht zu kriegen, da es wohl sehr proteinreich ist. Ich weiß allerdings auch nicht genau wie viel so ein Sumo Ringer davon dann verdrückt. Ich fand es zwar sehr lecker aber von der Menge her hatte ich nicht das Gefühl jetzt platzen zu müssen...

Getränke gab es natürlich auch. Dabei ist es in Japan brauch, dass man sich nicht selber bedient, sondern von seinem Nachbarn eingeschenkt bekommt. Das japanische Bier schmeckt recht mild (zumindest wenn man Jever gewöhnt ist ^^) aber ist auch recht lecker. Natürlich habe ich auch Sake probiert. Dieser wird in kleinen Tonflaschen serviert die man auf den Tischen sehen kann und aus sehr kleinen Tongläsern oder Schalen getrunken. Die Gläser erinnerten mich irgendwie an Shot-Gläser aber auf meine Frage ob man die in einem Zug leert waren die Gesichter leicht entsetzt ;). Auch Shots in Bars werden in Japan wohl nicht wie in Deutschland in einem Zug getrunken.
Der Sake wird warm getrunken (zumindest in der Form in der wir ihn gestern Abend hatten). Er schmeckt eigentlich nicht nach starkem Alkohol, hat aber ca 20% Alokohlanteil und durch die Temperatur kann er in größeren Mengen wohl auch schnell zu Kopf steigen.

Da wir allerdings wärend des Essens noch nicht genug getrunken hatten (wahrscheinlich weil sich niemand vor den Professoren richtig betrinken wollte... ^^) bin ich anschließend noch mit einigen anderen Studenten in eine Bar gegangen. Die Spirituosen in Japan sind eigentlich genau die gleichen wie in Deutschland auch, so dass ich in der Bar auch erstmal einen Amaretto Disaronno bestellen konnte (ich hab zuerst die Flasche hinter der Bar entdeckt und dann die Karte durchsucht ^^). Außerdem gab es eigenltich alles zum Einheitspreis, so dass man z.b. Ballentines, Jack Daniels, Glenfiddich und Ardbeg alle zum selben Preis bestellen konnte...

Heute nachmittag war ich dann mit meinem Tutor Mizukami-san (unteres Bild, 2.v.r) und Ken-san (unteres Bild 1.v.r.) in der Innenstadt von Kyoto und hab mich dort etwas umgeguckt. Werde ich demnächst mal noch Bilder von machen. Allerdings habe ich immer noch Probleme damit mit der Kamera ohne Blitz vernünftige Bilder zu machen und laut Internet bin ich wohl auch nicht der einzige damit.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Did you see that one blonde guy?

Da ist der Lars in Japan. Mit dem Clock-Tower im Hintergrund :D. Eigentlich wollte ich mich noch am Haupteingang der Uni fotografieren, aber da war heute so nen komischer Stand aufgebaut....
Der Clock-Tower ist direkt am Haupteingang vom Yoshida Main-Campus der Uni Kyoto. Ein Bild vom Haupteingang zusammen mit dem Clock-Tower ist oben rechts im Hintergrund meines Blogs zu sehen (zumindest derzeit, eventuell kommt da in Zukunft noch was anderes hin). Der Yoshida-Campus ist der zentrale Campus der Kyoto University und besteht aus mehreren Teilen (Main, North, South, East, Medicine, Pharmaceutical und Hospital) die jeweils nur durch Straßen getrennt sind.
Außerdem gibts noch den Katsura Campus im Westen und den Uji Campus im Süden der Stadt, mit denen ich allerdings nichts zu tun habe.
Hier links im Bild sieht man die Hauptbibliothek der Universität. Allerdings verfügt die Uni insgesammt über ~50 Bibliotheken die überall verteilt sind. Die entsprechende Fachliteratur findet man daher nur in den Bibliotheken der entsprechenden Institute.
Uns wurde heute erzählt, dass die Uni über insgesammt ca. 60.000 verschiedene Bücher verfügt von denen etwa 1.000 in der Hauptbibliothek zu finden sind.... bei 50 Bibliotheken insgesammt bedeutet das, dass die durchschnittliche Bibliothek über mehr Bücher verfügt als die Hauptbibliothek... naja... soweit ich es gesehen habe ist die Hauptbibliothek auch viel mehr als ein Ort zum Bücher ausleihen. Die oberste Etage steht nur mit Computern voll, die von den Studenten genutzt werden können. Es gibt einen Media-Room in dem man auf einer Heim-Kino-Anlage einige Filme anschauen und Musik hören kann, und natürlich einige Study-Rooms die von Studenten genutzt werden können um zu arbeiten. 
Es gibt sogar angeschlossen an die reguläre Bibliothek einen "StudyRoom24" in dem man wie der Name schon sagt rund um die Uhr arbeiten kann. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek ist dort sogar ein eigenständiger Nachtwächter vertreten. Insgesammt gibt es in Japan auffällig viele Wächter, auch tagsüber, z.B. auch an Ausfahrten von Parkhäusern und -plätzen, die die Autos in den Verkehr lotsen.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass Fahrräder in Kyoto ein wichtiges Verkehrsmittel sind? ^^
Das Bild ist leider etwas unscharf, aber so wie hier sieht es vor so ziemlich jedem Gebäude der Universität aus. 

Hier das Department of Physics and Astronomy im Yoshida North-Campus in dem ich arbeiten darf. Eigentlich nichts besonderes. Keine Sorge, die Fahrräder verstecken sich hier nur rechts vom Gebäude. Da sieht's ungefähr genau so aus wie auf dem Bild oben ^^
Das Büro in dem ich sitze befindet sich im 1. Stock (2. nach japanischer Zählung ;) ) und die Labore in denen ich arbeite im Keller. Ich wurde heute von einem Kommilitonen darauf angesprochen, dass es im Keller etwas dunkel ist, weil in ganz Japan Strom gespart wird, da seit dem Erdbeben ja ein AKW weniger Strom liefert. Strom sparen. Dunkel. Genau. Das heißt für die Japaner dass nur 5 von 6 Neon-Röhren an der Decke eingeschaltet sind und ich um 3 Uhr Nachmittags im Keller vom Licht her absolut keinen Unterschied zu draußen festestellen kann. Aber naja, ein Physikinstitut spart sicherlich einen Großteil seines Stromverbrauchs ein, wenn es im Keller ein paar Lampen ausschaltet.

Am Freitag bin ich übrigens von meiner Arbeitsgruppe zu einer Wilkommens-Party eingeladen. Da werden wir in ein traditionelles japanisches Restaurant gehen. Ich bin gespannt :D

Dienstag, 11. Oktober 2011

The rest of the warm-up

So. hier nochmal die restlichen Bilder um euch das Wohnheim zu zeigen, in dem ich wohne:

Hier seht ihr den Haupteingang, den ich allerdings nie benutze, weil er in die falsche Richtung zeigt ... für eigentlich  alles. Fahrradständer und Müllcontainer sind hinten raus schneller zu erreichen  und auch richtung Stadt geht's hintenrum einfach schneller, egal wo man hin will.



Besagter Hintereingang, hier links im Bild grade noch zu erkennen. Die ganzen kleinen Balkone gehören alle zu den einzelnen Zimmern und einer davon gehört mir (der im 1. Stock rechts neben dem wo die Wäsche hängt.)
In den ersten 2 Etagen gibt es nur Einzelzimmer so wie ich eins habe. In den höheren Stockwerken sind Mehrzimmer-Appartments für Paare und Familien. Für die Japaner ist das Erdgeschoss übrigens die 1. Etage, weshalb ich nach japanischer Zählung in der 2. Etage wohne. In Japanischen Hotels wird neben dem 13. Stock manchmal allerdings auch der 4. Stock in der Zählung übersprungen, weil die 4 auf Japanisch Shi heißt, was auch der Tod bedeutet. Deshalb geraten die Zählungen der Etagen dann ganz durcheinander. An der für uns 13. Etage steht dann in Japan schon die 16 ;)

Dies ist die Küche bei mir auf der Etage. Hier wohnen 37 Leute auf dem Stockwerk, würd mal gerne sehen wie die da alle gleichzeitig kochen und essen wollen. Aber ich bin ja aus Heidelberg schon gewohnt dass Plätze in der Küche Mangelware sind. Wobei Platz ja vorhanden ist, nur irgendwie gibt es hier nicht genügend Tische um den Platz zu nutzen. (der Raum ist größer als er auf dem Bild wirkt, aber mehr als die 2 Tische gibt es nicht.) Die Schränke sind übrigens alle leer und es hängen überall Zettel die darauf hinweisen, dass wir auch keine persönlichen Gegenstände oder Lebensmittel in der Küche lagern dürfen. Die Schränke sind also wohl nur dazu da, damit die Küche mehr wie eine Küche aussieht... oder so.

Als letztes Bild vom Wohnheim habe ich noch den "Lobby-Room". Ist im Prinzip sowas wie nen Wohnzimmer und im Erdgeschoss direkt neben dem Haupteingang angesiedelt. Sieht eigentlich ganz nett aus, gäbe es da nicht ein kleines Problem: die kleinen Kinder der, vorwiegend japanischen Familien die in den oberen Etagen in den Familien-Appartments wohnen. Die sitzen nämlich die meiste Zeit hier rum und spielen mir irgendwelchen Sachen auf dem Boden rum, wärend ihre Mütter in den Sesseln sitzen und sich unterhalten oder Zeitung lesen. Jedenfalls war's die letzten Male so, als ich dort vorbeiging. Da das allerdings nur der Fall ist wenn ich durch den Haupteingang gehe kriege ich davon allerdings wie anfangs erwähnt auch nicht ganz so viel mit.

Außerdem gibt es noch einen "Japanese-style Room" den ich allerdings selber noch nicht gesehen habe, da man sich bei der Hausverwaltung anmelden muss, wenn man den Raum betreten möchte.

Das war's jetzt erstmal mit langweiligen Bildern von meinem Wohnheim. Demnächst werd ich mal nen paar Bilder von der Uni und der Stadt machen, auf denen man dann auch etwas "japisches" sieht, wonach ihr ja auch alle fragt ;)
Allerdings muss ich noch rausfinden wie ich mit der Kamera nachts vernünftige Bilder machen kann... die sind entweder zu dunkel oder zu verwackelt oder beides... naja, mal nen bischen mit den Einstellungen rumspielen.

Montag, 10. Oktober 2011

Let's get the party started

Einen wunderschönen Gruß an alle in der Heimat und natürlich auch an die, die sich derzeit wie ich irgendwo im Weltgeschehen herumtummeln.

Nachdem ich mich nun in der ersten Woche ein wenig in Kyoto zurecht gefunden habe, habe ich mir nun auchmal die Zeit genommen und diesen Blog gestartet damit ich euch allen berichten und zeigen kann, was ich hier auf der anderen Seite der Erde so alles treibe ;)


Da mich viele schon darauf angesprochen haben, werde ich meinen ersten Post hier meinem Zimmer widmen, in dem ich das Jahr über wohnen werde.
Im Grunde ist es nichts Besonderes, aber man kann sich auch nicht wirklich beschweren: Bett, Schreibtisch, Schrank, Regal, eigneltich alle Möbel die ich so brauche.



Das Bett ist für meinen Geschmack etwas hart, aber ich kann drin schlafen. Die allgemeine Befürchtung es wäre nicht groß genug für mich hat sich glücklicherweise, wenn auch nur ganz knapp, nicht als wahr herausgestellt.
Zu der wunderbaren Aussicht von meinem kleinen Balkon sag ich mal nicht viel... aber wahrscheinlich ist sie so besser als eine graue Häuserwand... Dafür gibt's abends immer ein ziemlich lautes Vogelkonzert in den Bäumen.



Hier nochmal ein Blick vom Balkon in mein Zimmer auf die kleine Küchenzeile... naja, viel mehr als ein ziemlich großes Waschbecken und ne Induktionsplatte ist das auch nicht... oh...ja.. Induktionsplatte... geht mal in Japan innen Laden und macht dem Verkäufer der kaum Englisch versteht klar, dass ihr Töpfe und Pfannen für ne Induktionsplatte braucht... Spaaaß...

Wobei man auf der einen Platte auch nicht viel machen kann, außer vielleicht mal morgens nen Frühstücksei in die Pfanne zu haun... wenn ich mir was vernünftiges Kochen will muss ich dafür in die Gemeinschaftsküche gehen wo mehr Platz zur Verfügung steht.

Vom Rest des Hauses, der Uni und der Stadt werd ich demnächst noch ein paar Bilder machen und hier reinstellen. Schaut halt ab und zu wieder vorbei und tretet mich, wenn ich mal längere Zeit nichts geschrieben habe :D
Und natürlich freue ich mich über jegliches Feedback. Denn dann macht's auch gleich viel mehr Spaß was zu schreiben, wenn man weiß, dass viele Leute es lesen :D

P.S.: ein fun-fact der mir aufgefallen ist: bis auf 0.5% hat laut Wikipedia Kyoto exakt 10 mal so viele Einwohner wie Heidelberg!

Heidelberg: 147.312 Einwohner
Kyoto: 1.473.957 Einwohner