Samstag, 15. Oktober 2011

First Strike

So, wie angekündigt gab es gestern abend eine kleine Wilkommensfeier für mich (und andere neue Mitglieder in der Arbeitsgruppe). Natürlich will ich euch die Fotos davon nicht vorenthalten.
Das ganze fand in einem traditionellen Japanischen Restaurant statt. Gegessen wurde an sehr flachen Tischen vor denen man auf einem Kissen auf dem Boden saß. Wie mein Professor bemerkte war ich lustigerweise der einzige der in der traditionellen Sitzweise (wie auf dem Bild zu sehen) Platz genommen hat. Da nach einiger Zeit meine Füße eingeschlafen sind hab ich das allerdings auch nicht die ganze Zeit durchgehalten ^^
Als Vorspeise gab es für Japan typischen rohen Fisch mit ein paar Gewürzen und Soßen (lecker Wasabi ;D). Danach einen Salat und als Hauptspeiße Chankonabe. Das ist eine Art Suppe oder Eintopf die auf den Tischen zubereitet wird. Dabei wird in der Schüssel die man auf dem Tisch sieht in einer recht öligen Flüssigkeit Gemüse, Fleisch, Tofu und andere Sachen gekocht. Chanokonabe ist bekannt dafür, dass Sumo Ringer es essen um ihr Gewicht zu kriegen, da es wohl sehr proteinreich ist. Ich weiß allerdings auch nicht genau wie viel so ein Sumo Ringer davon dann verdrückt. Ich fand es zwar sehr lecker aber von der Menge her hatte ich nicht das Gefühl jetzt platzen zu müssen...

Getränke gab es natürlich auch. Dabei ist es in Japan brauch, dass man sich nicht selber bedient, sondern von seinem Nachbarn eingeschenkt bekommt. Das japanische Bier schmeckt recht mild (zumindest wenn man Jever gewöhnt ist ^^) aber ist auch recht lecker. Natürlich habe ich auch Sake probiert. Dieser wird in kleinen Tonflaschen serviert die man auf den Tischen sehen kann und aus sehr kleinen Tongläsern oder Schalen getrunken. Die Gläser erinnerten mich irgendwie an Shot-Gläser aber auf meine Frage ob man die in einem Zug leert waren die Gesichter leicht entsetzt ;). Auch Shots in Bars werden in Japan wohl nicht wie in Deutschland in einem Zug getrunken.
Der Sake wird warm getrunken (zumindest in der Form in der wir ihn gestern Abend hatten). Er schmeckt eigentlich nicht nach starkem Alkohol, hat aber ca 20% Alokohlanteil und durch die Temperatur kann er in größeren Mengen wohl auch schnell zu Kopf steigen.

Da wir allerdings wärend des Essens noch nicht genug getrunken hatten (wahrscheinlich weil sich niemand vor den Professoren richtig betrinken wollte... ^^) bin ich anschließend noch mit einigen anderen Studenten in eine Bar gegangen. Die Spirituosen in Japan sind eigentlich genau die gleichen wie in Deutschland auch, so dass ich in der Bar auch erstmal einen Amaretto Disaronno bestellen konnte (ich hab zuerst die Flasche hinter der Bar entdeckt und dann die Karte durchsucht ^^). Außerdem gab es eigenltich alles zum Einheitspreis, so dass man z.b. Ballentines, Jack Daniels, Glenfiddich und Ardbeg alle zum selben Preis bestellen konnte...

Heute nachmittag war ich dann mit meinem Tutor Mizukami-san (unteres Bild, 2.v.r) und Ken-san (unteres Bild 1.v.r.) in der Innenstadt von Kyoto und hab mich dort etwas umgeguckt. Werde ich demnächst mal noch Bilder von machen. Allerdings habe ich immer noch Probleme damit mit der Kamera ohne Blitz vernünftige Bilder zu machen und laut Internet bin ich wohl auch nicht der einzige damit.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Did you see that one blonde guy?

Da ist der Lars in Japan. Mit dem Clock-Tower im Hintergrund :D. Eigentlich wollte ich mich noch am Haupteingang der Uni fotografieren, aber da war heute so nen komischer Stand aufgebaut....
Der Clock-Tower ist direkt am Haupteingang vom Yoshida Main-Campus der Uni Kyoto. Ein Bild vom Haupteingang zusammen mit dem Clock-Tower ist oben rechts im Hintergrund meines Blogs zu sehen (zumindest derzeit, eventuell kommt da in Zukunft noch was anderes hin). Der Yoshida-Campus ist der zentrale Campus der Kyoto University und besteht aus mehreren Teilen (Main, North, South, East, Medicine, Pharmaceutical und Hospital) die jeweils nur durch Straßen getrennt sind.
Außerdem gibts noch den Katsura Campus im Westen und den Uji Campus im Süden der Stadt, mit denen ich allerdings nichts zu tun habe.
Hier links im Bild sieht man die Hauptbibliothek der Universität. Allerdings verfügt die Uni insgesammt über ~50 Bibliotheken die überall verteilt sind. Die entsprechende Fachliteratur findet man daher nur in den Bibliotheken der entsprechenden Institute.
Uns wurde heute erzählt, dass die Uni über insgesammt ca. 60.000 verschiedene Bücher verfügt von denen etwa 1.000 in der Hauptbibliothek zu finden sind.... bei 50 Bibliotheken insgesammt bedeutet das, dass die durchschnittliche Bibliothek über mehr Bücher verfügt als die Hauptbibliothek... naja... soweit ich es gesehen habe ist die Hauptbibliothek auch viel mehr als ein Ort zum Bücher ausleihen. Die oberste Etage steht nur mit Computern voll, die von den Studenten genutzt werden können. Es gibt einen Media-Room in dem man auf einer Heim-Kino-Anlage einige Filme anschauen und Musik hören kann, und natürlich einige Study-Rooms die von Studenten genutzt werden können um zu arbeiten. 
Es gibt sogar angeschlossen an die reguläre Bibliothek einen "StudyRoom24" in dem man wie der Name schon sagt rund um die Uhr arbeiten kann. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek ist dort sogar ein eigenständiger Nachtwächter vertreten. Insgesammt gibt es in Japan auffällig viele Wächter, auch tagsüber, z.B. auch an Ausfahrten von Parkhäusern und -plätzen, die die Autos in den Verkehr lotsen.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass Fahrräder in Kyoto ein wichtiges Verkehrsmittel sind? ^^
Das Bild ist leider etwas unscharf, aber so wie hier sieht es vor so ziemlich jedem Gebäude der Universität aus. 

Hier das Department of Physics and Astronomy im Yoshida North-Campus in dem ich arbeiten darf. Eigentlich nichts besonderes. Keine Sorge, die Fahrräder verstecken sich hier nur rechts vom Gebäude. Da sieht's ungefähr genau so aus wie auf dem Bild oben ^^
Das Büro in dem ich sitze befindet sich im 1. Stock (2. nach japanischer Zählung ;) ) und die Labore in denen ich arbeite im Keller. Ich wurde heute von einem Kommilitonen darauf angesprochen, dass es im Keller etwas dunkel ist, weil in ganz Japan Strom gespart wird, da seit dem Erdbeben ja ein AKW weniger Strom liefert. Strom sparen. Dunkel. Genau. Das heißt für die Japaner dass nur 5 von 6 Neon-Röhren an der Decke eingeschaltet sind und ich um 3 Uhr Nachmittags im Keller vom Licht her absolut keinen Unterschied zu draußen festestellen kann. Aber naja, ein Physikinstitut spart sicherlich einen Großteil seines Stromverbrauchs ein, wenn es im Keller ein paar Lampen ausschaltet.

Am Freitag bin ich übrigens von meiner Arbeitsgruppe zu einer Wilkommens-Party eingeladen. Da werden wir in ein traditionelles japanisches Restaurant gehen. Ich bin gespannt :D

Dienstag, 11. Oktober 2011

The rest of the warm-up

So. hier nochmal die restlichen Bilder um euch das Wohnheim zu zeigen, in dem ich wohne:

Hier seht ihr den Haupteingang, den ich allerdings nie benutze, weil er in die falsche Richtung zeigt ... für eigentlich  alles. Fahrradständer und Müllcontainer sind hinten raus schneller zu erreichen  und auch richtung Stadt geht's hintenrum einfach schneller, egal wo man hin will.



Besagter Hintereingang, hier links im Bild grade noch zu erkennen. Die ganzen kleinen Balkone gehören alle zu den einzelnen Zimmern und einer davon gehört mir (der im 1. Stock rechts neben dem wo die Wäsche hängt.)
In den ersten 2 Etagen gibt es nur Einzelzimmer so wie ich eins habe. In den höheren Stockwerken sind Mehrzimmer-Appartments für Paare und Familien. Für die Japaner ist das Erdgeschoss übrigens die 1. Etage, weshalb ich nach japanischer Zählung in der 2. Etage wohne. In Japanischen Hotels wird neben dem 13. Stock manchmal allerdings auch der 4. Stock in der Zählung übersprungen, weil die 4 auf Japanisch Shi heißt, was auch der Tod bedeutet. Deshalb geraten die Zählungen der Etagen dann ganz durcheinander. An der für uns 13. Etage steht dann in Japan schon die 16 ;)

Dies ist die Küche bei mir auf der Etage. Hier wohnen 37 Leute auf dem Stockwerk, würd mal gerne sehen wie die da alle gleichzeitig kochen und essen wollen. Aber ich bin ja aus Heidelberg schon gewohnt dass Plätze in der Küche Mangelware sind. Wobei Platz ja vorhanden ist, nur irgendwie gibt es hier nicht genügend Tische um den Platz zu nutzen. (der Raum ist größer als er auf dem Bild wirkt, aber mehr als die 2 Tische gibt es nicht.) Die Schränke sind übrigens alle leer und es hängen überall Zettel die darauf hinweisen, dass wir auch keine persönlichen Gegenstände oder Lebensmittel in der Küche lagern dürfen. Die Schränke sind also wohl nur dazu da, damit die Küche mehr wie eine Küche aussieht... oder so.

Als letztes Bild vom Wohnheim habe ich noch den "Lobby-Room". Ist im Prinzip sowas wie nen Wohnzimmer und im Erdgeschoss direkt neben dem Haupteingang angesiedelt. Sieht eigentlich ganz nett aus, gäbe es da nicht ein kleines Problem: die kleinen Kinder der, vorwiegend japanischen Familien die in den oberen Etagen in den Familien-Appartments wohnen. Die sitzen nämlich die meiste Zeit hier rum und spielen mir irgendwelchen Sachen auf dem Boden rum, wärend ihre Mütter in den Sesseln sitzen und sich unterhalten oder Zeitung lesen. Jedenfalls war's die letzten Male so, als ich dort vorbeiging. Da das allerdings nur der Fall ist wenn ich durch den Haupteingang gehe kriege ich davon allerdings wie anfangs erwähnt auch nicht ganz so viel mit.

Außerdem gibt es noch einen "Japanese-style Room" den ich allerdings selber noch nicht gesehen habe, da man sich bei der Hausverwaltung anmelden muss, wenn man den Raum betreten möchte.

Das war's jetzt erstmal mit langweiligen Bildern von meinem Wohnheim. Demnächst werd ich mal nen paar Bilder von der Uni und der Stadt machen, auf denen man dann auch etwas "japisches" sieht, wonach ihr ja auch alle fragt ;)
Allerdings muss ich noch rausfinden wie ich mit der Kamera nachts vernünftige Bilder machen kann... die sind entweder zu dunkel oder zu verwackelt oder beides... naja, mal nen bischen mit den Einstellungen rumspielen.

Montag, 10. Oktober 2011

Let's get the party started

Einen wunderschönen Gruß an alle in der Heimat und natürlich auch an die, die sich derzeit wie ich irgendwo im Weltgeschehen herumtummeln.

Nachdem ich mich nun in der ersten Woche ein wenig in Kyoto zurecht gefunden habe, habe ich mir nun auchmal die Zeit genommen und diesen Blog gestartet damit ich euch allen berichten und zeigen kann, was ich hier auf der anderen Seite der Erde so alles treibe ;)


Da mich viele schon darauf angesprochen haben, werde ich meinen ersten Post hier meinem Zimmer widmen, in dem ich das Jahr über wohnen werde.
Im Grunde ist es nichts Besonderes, aber man kann sich auch nicht wirklich beschweren: Bett, Schreibtisch, Schrank, Regal, eigneltich alle Möbel die ich so brauche.



Das Bett ist für meinen Geschmack etwas hart, aber ich kann drin schlafen. Die allgemeine Befürchtung es wäre nicht groß genug für mich hat sich glücklicherweise, wenn auch nur ganz knapp, nicht als wahr herausgestellt.
Zu der wunderbaren Aussicht von meinem kleinen Balkon sag ich mal nicht viel... aber wahrscheinlich ist sie so besser als eine graue Häuserwand... Dafür gibt's abends immer ein ziemlich lautes Vogelkonzert in den Bäumen.



Hier nochmal ein Blick vom Balkon in mein Zimmer auf die kleine Küchenzeile... naja, viel mehr als ein ziemlich großes Waschbecken und ne Induktionsplatte ist das auch nicht... oh...ja.. Induktionsplatte... geht mal in Japan innen Laden und macht dem Verkäufer der kaum Englisch versteht klar, dass ihr Töpfe und Pfannen für ne Induktionsplatte braucht... Spaaaß...

Wobei man auf der einen Platte auch nicht viel machen kann, außer vielleicht mal morgens nen Frühstücksei in die Pfanne zu haun... wenn ich mir was vernünftiges Kochen will muss ich dafür in die Gemeinschaftsküche gehen wo mehr Platz zur Verfügung steht.

Vom Rest des Hauses, der Uni und der Stadt werd ich demnächst noch ein paar Bilder machen und hier reinstellen. Schaut halt ab und zu wieder vorbei und tretet mich, wenn ich mal längere Zeit nichts geschrieben habe :D
Und natürlich freue ich mich über jegliches Feedback. Denn dann macht's auch gleich viel mehr Spaß was zu schreiben, wenn man weiß, dass viele Leute es lesen :D

P.S.: ein fun-fact der mir aufgefallen ist: bis auf 0.5% hat laut Wikipedia Kyoto exakt 10 mal so viele Einwohner wie Heidelberg!

Heidelberg: 147.312 Einwohner
Kyoto: 1.473.957 Einwohner